Forschungsdurchbruch bei Schädelimplantaten aus Kunststoff


Das Schädel-Hirn-Trauma ist die häufigste Todesursache bei Jugendlichen, mehr als die Hälfte aller Opfer von Verkehrsunfällen leidet darunter. Je nach Schweregrad können großflächige Kopfverletzungen entstehen, die bei jedem Patienten unterschiedlich sind. Herkömmliche Materialien und Bearbeitungsverfahren sind mitunter teuer und zeitaufwendig. Aktuell wird daher verstärkt an Schädelimplantaten aus Kunststoff geforscht.

Im Rahmen einer europäischen Studie ist es einem Team aus Ärzten, Forschern und Konstrukteuren gelungen, eine spezielle Schädelprothese aus einem Kunststoff zu entwickeln. Per Lasersintern wird eine patientenspezifische Gitterstruktur aufgebaut, die das unsymmetrische Loch im deformierten Schädelknochen exakt abdeckt. Dieses spezielle Schichtbauverfahren ermöglicht komplexere Strukturen, die das Einwachsen von Knochenmaterial besser fördern als herkömmlich gefertigte Implantate. Die Produktion ist automatisiert und innerhalb weniger Stunden möglich. Ein Chirurg muss künftig nur noch eine MRT-Aufnahme an einen Computer senden, der die weitere Verarbeitung übernimmt. Die präzise Herstellung macht Operationen planbarer und kürzer, es wird Material eingespart und Patienten gewöhnen sich schneller an den Fremdkörper.

Der gewählte Kunststofftyp ist aufgrund seines geringen Gewichts, seiner Festigkeit und Biokompatibilität sowie der Durchlässigkeit gegenüber CT-, Röntgen- und MRT-Strahlen ideal für die Entwicklung von Schädelimplantaten. Weiterer Vorteil: Es kann unkompliziert auf einem Laser-Sinter-System verarbeitet werden. Neue Hoffnung also für ein medizinisches Feld, in dem die Behandlung der Betroffenen oft Monate und Jahre in Anspruch nimmt, viele Strapazen verursacht und viel Geld benötigt.

 

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