Die alte Dame Hertha hat sich für die laufende Saison der Fußball-Bundesliga so richtig schick gemacht: Der Hauptstadtclub spielt nun in blauen Trikots aus Kunststoff-Fasern. Das allein wäre noch nichts besonderes, denn Hertha-Fans erkannten sich schon vor 100 Jahren an ihren blauen Mützen, und Kunststoff ist auch das Material für die Trikots der Ligakonkurrenten. Wirklich neu ist, dass Hertha BSC in Trikots aus recycelten Materialien aufläuft. Etwa acht gebrauchte Getränkeflaschen aus Kunststoff werden dafür zu einem neuen Hertha-Trikot wiederverwertet. Ein richtig tolles Beispiel dafür, dass gebrauchter Kunststoff zum Wegwerfen viel zu schade ist.
Bleibt zu hoffen, dass die Hertha nun auch viele Tore macht. Ein „Torfabrik" hat sie ja – gemeint sind ausnahmsweise nicht Spieler wie Pierre-Michel Lasogga oder Tunay Torun, die in der laufenden Spielzeit bereits für die Hertha trafen, sondern der Ball: „Torfabrik" heißt der offizielle Spielball der Bundesliga und 2. Bundesliga. Auch das Ball-Material liefert übrigens die Kunststoffindustrie. Profis und wohl auch die meisten Freizeitkicker spielen seit langem mit Kunststoffbällen, auch wenn mancher Sportreporter manchmal vom runden Leder fabuliert. Bei Weltmeisterschaften rollt sogar schon seit mehr als 25 Jahren ein Spielball ganz aus Kunststoff.
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